Zuletzt geändert am 23.04.2008
Copyright (c) 1999 by TeuchiSoft
Der Streit um Marlesreuth geht weiter

 
Ende Dezember 1796 erschienen wieder preußische Truppen in den strittigen Ortschaften. Sie stellten Ortstafeln auf und brachten neue Hausnummern an.
Nach 1795 verzeichnete das Marlesreuther Kirchenbuch keine Bambergischen oder Wildensteinischen Richter mehr;
1795 ist Johann Schrepfer königlich preußischer Richter.
Von 1796 an sind Marlesreuther Einwohner zum Militär eingezogen als königlich preußische Grenadiere und Musketiere. 
1797 wurde von der preußischen Regierung eine umfassende Neuorganisation der Ämter durchgeführt. Für Naila brachte sie die Umwandlung des bisherigen Vogteiamtes in ein preußisches Justizamt sowie die Abtrennung und Übertragung der Finanz- und Polizeiverwaltung an das Kammeramt Naila in Lichtenberg. Durch Organisationsedikt d. d. Berlin, den 11. Juni 1797, wurde das Gebiet des ehemaligen Fürstentums Bayreuth in 6 Kreise eingeteilt: Bayreuther, Culmbacher, Erlanger, Hofer, Neustädter und Wunsiedler Kreis. Die Verwaltung geschah durch die "Bayreuthische Krieges- und Domainen-Kammer zu Bayreuth." Jeder Kreis hatte sein besonderes "Kreis- Direktorium", welchem die "Kammer- und Justizämter für das glatte Land" und die "Magisträte für die Städte" untergeordnet waren.
Marlesreuth und Nestelreuth, Bärenhaus, Garles und Molkenbrunn wurden dem preußischen Justizamt Naila und dem Kammeramt Lichtenberg zugeteilt.
Der Kampf um Marlesreuth geht weiter

Am 18. November 1797 kam es nochmals zu einem Einfall des kampflustigen Enchenreuther Vogtes. Ein Bamberger Kommando erschien in Marlesreuth und wollte ein Mädchen wegen seines sittenwidrigen Lebenswandels ausheben und nach Enchenreuth zur Bestrafung bringen lassen. Das Amt Naila, das rechtzeitig davon verständigt wurde, verjagte aber die Bamberger.

Nun griff Hardenberg energische ein. Am 28. November 1797 schrieb er an das Justizamt Naila:
" Dem Amt wird aufgetragen, dem Bamberger Vogt zu eröffnen, daß, wenn er es unternehmen sollte, noch einmal auf diese Art in Marlesreuth einzufallen, man sich an seine Person halten und ihn unter militärischer Bedeckung auf die Festung abholen lassen werde."

Der Schriftwechsel zwischen Hardenberg und dem Bischof ging noch einige zeitlang weiter, aber Marlesreuth blieb preußisch.